Winter ist Kraftakt für die HEB-Mannschaften
Dienstag, 16. Februar 2010 um 08:37
Die 25.000 Narren und Jecken in Boele hinterließen den letzten Wagen im Zug, den orange-farbenen Autos des HEB, etwas weniger Müll: 3,96 Tonnen. Im letzten Jahr waren noch es 4,5 Tonnen.
„Wir haben die Zugstrecke vorher intensiv geräumt und gestreut, um die Sicherheit der Zugteilnehmer und Zuschauer zu gewährleisten“, erläutert Detlef Liedtke, Bereichsleiter Straßenreinigung, den Einsatz in Boele.
Und nachdem der letzte Wagen durch war, machten die Feiernden den Einsatzfahrzeugen des HEB Platz, damit Flaschen, Luftschlangen und sonstiger Müll von den Männern in Orange entsorgt werden konnten.
Viel zu feiern haben die Mannschaften des HEB zurzeit jedoch nicht: „Die Männer der Winterdienst-Truppe sind mittlerweile seit sieben Wochen im Dauereinsatz. Leidgeprüft sind auch die Männer der Müllabfuhr. Sie kämpfen sich mit ihren großen Fahrzeugen mühevoll die Berge rauf und runter, ziehen die schweren Mülltonnen durch tiefen Schnee und über festgefrorene Schneewälle und hoffen immer, dass Mensch und Material am Ende der Schicht unversehrt sind.
Das geht so langsam an die Substanz“ sagt HEB-Geschäftsführer Werner König. „Die Männer sind zwar einiges gewöhnt, aber dieser Dauerzustand zerrt auch dem Hartgesottensten an den Nerven.“ Kaum einen Tag Luft hatten die 75 HEB-Mitarbeiter des Winterdienstes seit Jahresbeginn. Morgens um vier startet die erste Schicht. Die letzte endet um 22 Uhr. Und in der Zeit von 22 Uhr bis 4 Uhr morgens steht eine gesonderte Nachtbereitschaft bereit.
Seit Neujahr wurden 4.000 Tonnen Salz und 2.000 Tonnen Granulat verbraucht. Weit mehr, als in durchschnittlichen Wintern. Aus ökonomischen und ökologischen Gründen heißt das Motto aber weiterhin: So wenig wie möglich und so viel wie nötig.
Bislang hatte der HEB immer einen Notvorrat Salz gebunkert. Doch langsam wird`s auch hier eng. „Die Salz-Lieferanten kommen aus dem Rheinland. Und da wird zurzeit Karneval gefeiert“ blickt Liedtke sorgenvoll auf seine schwindenden Salzmengen. Am Dienstag wird Nachschub geliefert. Hoffentlich.
Und während andere fröhlich feiern, wünschen sich die Männer vom HEB nur noch Tauwetter und etwas mehr Gelassenheit von den Hagenerinnen und Hagener, wenn wegen der Witterungsverhältnisse langsamer gefahren werden muss oder der Mülleimer nicht zur gewohnten Zeit geleert werden konnte. Bei allem Verständnis für die Unannehmlichkeiten, die der lange Winter bereitet, nicht jede Kritik und nicht jede Form der Kritik ist berechtigt.
Zusatzinformationen
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Jacqueline Jagusch
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